Wissen aus dem Emmental

    Seit rund zwei Monaten ist die digitale Plattform «e-spycher» des Regionalmuseums Chüechlihus online. Bereits rund 50 Beiträge zeigen die Vielfalt des lokalen Wissens. Nun startet die nächste Phase des Citizen-Science-Projekts: Eine Gruppe von Co-Forschenden ist im ganzen Emmental unterwegs und sammelt gemeinsam mit der Bevölkerung Geschichten.

    (Bild: zVg) Seit rund zwei Monaten ist der e-spycher online. Bereits über 50 Wissensbeiträge zeigen die Vielfalt des lokalen Wissens im Emmental.

    Die ersten Beiträge im e-spycher zeigen, wie breit gefächert das Emmentaler Alltagswissen ist. Es finden sich Dialektbegriffe wie «änglefi» (elf Uhr) oder der «Horner» (Februar) neben bauhistorischem Wissen über traditionelle Holzschlösser und regionalem Handwerk. «Es zeigt sich bereits jetzt, dass lokales Wissen unglaublich vielfältig ist», sagt Livia Künzi, Projektleiterin von «spychere!». «Oft sind es Dinge, die Menschen als selbstverständlich wahrnehmen – bis man beginnt, genauer nachzufragen.» Die ersten Monate zeigen: Das Interesse am Projekt ist gross. Die Zahl der Wissensbeiträge wächst laufend und Gespräche über lokales Wissen führen oft zu Erinnerungen, Diskussionen und neuen Geschichten.

    Die Bevölkerung wird zu Forschenden
    Mit dem Start der Feldforschung bekommt das Projekt nun eine neue Dimension: Eine Gruppe von Co-Forschenden unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Hintergründen aus dem ganzen Emmental bildet ab sofort die Brücke zwischen der Bevölkerung und dem Museum. Ihr Ziel: Wissen aus dem Alltag finden, sammeln und sichtbar machen. Im e-spycher wird das gesammelte Wissen für die Zukunft festgehalten – von alten Bräuchen bis zu heutigen Erfahrungen. In einem Workshop im Regionalmuseum Chüechlihus haben sich die Teilnehmenden auf ihre Spurensuche vorbereitet. Gemeinsam wurde ausprobiert, diskutiert und bereits erstes Wissen gesammelt.

    Nächster Halt: OGA Langnau
    In den kommenden Wochen wird das Projektteam gemeinsam mit den Co-Forschenden an Märkten, Veranstalungen und weiteren Begegnungsorten unterwegs sein. Vom 12. bis 20. Juni macht «spychere!» Halt an der OGA in Langnau. Am Stand von «spychere!» ist die Bevölkerung eingeladen, eigenes Wissen zu teilen, Erinnerungen auszutauschen und mit den Co-Forschenden ins Gespräch zu kommen.

    pd

    www.regionalmuseum-langnau.ch

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